Bivalenzpunkt Wärmepumpe: Der Experten-Guide zum Berechnen & Richtig Einstellen

Viele Wärmepumpenbesitzer verlieren bares Geld, weil ihr Bivalenzpunkt nicht optimal eingestellt ist – ein zu hoch angesetzter Wert lässt den ineffizienten Heizstab unnötig oft anspringen und treibt die Stromkosten in die Höhe. Bei einem monoenergetisch betriebenen System liegt der wirtschaftlich optimale Bivalenzpunkt meist zwischen -5 °C und -9 °C, sodass die Zusatzheizung nur 2–5 % der Jahresheizarbeit übernimmt. Mit einer professionellen Wärmepumpen-Beratung von Enter ermitteln wir den exakten Wert für Ihr Gebäude – und sichern Ihnen gleichzeitig bis zu 70 % Förderung auf die Investitionskosten.

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    Warum springt Ihre Wärmepumpe im Winter plötzlich auf teuren Heizbetrieb um – obwohl es draußen erst leicht friert? Die Antwort steckt im Bivalenzpunkt: einem einzelnen Temperaturwert, der über Effizienz oder unnötige Mehrkosten entscheidet. Dieser Guide erklärt, wie Sie den Bivalenzpunkt Ihrer Wärmepumpe korrekt berechnen, optimal einstellen und dabei auch herstellerspezifische Vorgaben (Vaillant, Viessmann, Bosch) berücksichtigen.

    Das Thema kurz und kompakt

    Checkmark

    Der Bivalenzpunkt (auch Bivalenztemperatur genannt) bezeichnet die Außentemperatur, bei der die Wärmepumpe ihre maximale Heizleistung erreicht und den Wärmebedarf des Gebäudes gerade noch decken kann.

    Checkmark

    Sinkt die Außentemperatur unter diesen Punkt, muss ein zusätzliches Heizsystem (oft ein elektrischer Heizstab) zugeschaltet werden.

    Checkmark

    Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt der Bivalenzpunkt typischerweise zwischen -2 °C und -8 °C, je nach Betriebsweise und Gebäudetyp.

    Checkmark

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    Was ist der Bivalenzpunkt einer Wärmepumpe?

    Der Bivalenzpunkt (auch Bivalenztemperatur) einer Wärmepumpe definiert jene Außentemperatur, bei der die maximale Heizleistung der Wärmepumpe genau dem Wärmebedarf des Gebäudes entspricht. Anders ausgedrückt: Am Bivalenzpunkt deckt die Wärmepumpe gerade noch den kompletten Heizbedarf ab, ohne dass zusätzliche Wärmeerzeuger unterstützen müssen.

    Sobald die Außentemperatur unter diesen kritischen Punkt fällt, kann die Wärmepumpe allein nicht mehr ausreichend Wärmeenergie liefern. In diesem Fall muss ein zweites Heizsystem – typischerweise ein elektrischer Heizstab oder eine konventionelle Heizung – einspringen, um die verbleibende Heizlast zu decken. Genau an diesem Punkt springt der Heizstab bei einer Wärmepumpe an.

    Bivalenzpunkt Wärmepumpe

    Der Bivalenzpunkt ist besonders bei Luft-Wasser-Wärmepumpen relevant, da deren Leistung direkt von der Außentemperatur abhängt. Je kälter es draußen wird, desto weniger Wärmeenergie kann die Wärmepumpe aus der Umgebungsluft gewinnen und desto mehr nimmt ihre Effizienz ab. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen können technisch bis -20 °C oder sogar -25 °C arbeiten – allerdings sinkt der COP (Leistungszahl) bei sehr niedrigen Temperaturen erheblich, sodass der Betrieb zunehmend unwirtschaftlich wird.

    Bei Wasser-Wasser-Wärmepumpen spielt der Bivalenzpunkt eine geringere Rolle, da diese Systeme mit konstanteren Wärmequellentemperaturen arbeiten. Die Erdreich- oder Grundwassertemperatur bleibt ganzjährig relativ stabil, weshalb die Heizleistung kaum von der Außentemperatur beeinflusst wird.

    Der Bivalenzpunkt ist nicht nur ein technischer Parameter, sondern ein wichtiges Planungskriterium für die Dimensionierung Ihrer Heizanlage. Eine zu kleine Wärmepumpe mit einem zu hohen Bivalenzpunkt führt dazu, dass häufig zusätzliche, meist weniger effiziente Heizsysteme zugeschaltet werden müssen. Eine überdimensionierte Wärmepumpe mit sehr niedrigem Bivalenzpunkt verursacht hingegen unnötig hohe Anschaffungskosten und kann durch häufiges Takten (Ein- und Ausschalten) einen erhöhten Verschleiß aufweisen.

    Checkmark

    Experten-Tipp: Viele Wärmepumpenbesitzer verlieren bares Geld, weil ihr Bivalenzpunkt nicht optimal eingestellt ist – ein zu hoch angesetzter Wert lässt den ineffizienten Heizstab unnötig oft anspringen und treibt die Stromkosten in die Höhe. Bei einem monoenergetisch betriebenen System liegt der wirtschaftlich optimale Bivalenzpunkt meist zwischen -5 °C und -9 °C, sodass die Zusatzheizung nur 2–5 % der Jahresheizarbeit übernimmt. Mit einer professionellen Wärmepumpen-Beratung von Enter ermitteln wir den exakten Wert für Ihr Gebäude – und sichern Ihnen gleichzeitig bis zu 70 % Förderung auf die Investitionskosten.

    Bivalenzpunkte Wärmepumpe: So wird der Bivalenzpunkt berechnet

    Die Berechnung des Bivalenzpunkts basiert auf zwei grundlegenden Faktoren: der Heizlast des Gebäudes und der Heizleistung der Wärmepumpe. Um den Bivalenzpunkt zu ermitteln, müssen diese beiden Größen grafisch oder rechnerisch gegenübergestellt werden.

    Heizlast des Gebäudes

    Die Heizlast beschreibt den Wärmebedarf eines Gebäudes in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Sie gibt an, wie viel Wärmeenergie zugeführt werden muss, um eine gewünschte Raumtemperatur (üblicherweise 20 °C) aufrechtzuerhalten. Die Heizlast wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst:

    • Größe und Bauart des Gebäudes
    • Dämmstandard (U-Werte der Gebäudehülle)
    • Lüftungswärmeverluste
    • Ausrichtung und Fensterflächenanteil
    • Klimazone und standortspezifische Normauslegungstemperatur (Normaußentemperatur)

    Altbauten haben in der Regel eine höhere Heizlast als moderne, gut gedämmte Neubauten. Dies wirkt sich direkt auf den Bivalenzpunkt aus, da bei gleicher Wärmepumpenleistung der Bivalenzpunkt bei Altbauten bei höheren Außentemperaturen liegt.

    Wärmebedarf im Haus grafisch dargestellt

    Heizleistung der Wärmepumpe (Leistungskurve)

    Die Heizleistung einer Wärmepumpe ist nicht konstant, sondern variiert mit der Temperatur der Wärmequelle. Besonders bei Luft-Wasser-Wärmepumpen sinkt die verfügbare Heizleistung mit abnehmender Außentemperatur deutlich. Die sogenannte Leistungskurve zeigt, wie viel Heizleistung die Wärmepumpe bei verschiedenen Außentemperaturen liefern kann – diese Daten finden Sie im Datenblatt des jeweiligen Herstellers (z. B. nach EN 14511).

    Normaußentemperatur nach Standort

    Ein zentraler Wert für die Berechnung des Bivalenzpunkts ist die Normaußentemperatur (auch Normauslegungstemperatur nach DIN EN 12831). Sie gibt die statistisch tiefste Außentemperatur an, die an Ihrem Standort zu erwarten ist, und dient als Grundlage für die Heizlastberechnung. Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte für ausgewählte Regionen:

    Stadt / Region

    Normaußentemperatur (ca.)

    Köln, Düsseldorf (Rheinland)

    -10 °C

    Hamburg, Hannover

    -12 °C

    Berlin, Leipzig

    -14 °C

    Nürnberg, Stuttgart

    -14 °C bis -16 °C

    München, Augsburg (Alpenvorland)

    -16 °C

    Schwarzwald, Erzgebirge (Höhenlagen)

    -16 °C bis -18 °C

    Die exakte Normaußentemperatur für Ihren Standort können Sie über Ihre Postleitzahl in der BWP-Klimakarte oder in den Tabellen nach DIN EN 12831 ermitteln. Je niedriger die Normaußentemperatur, desto höher die erforderliche Heizleistung – und desto wichtiger ist ein korrekt gewählter Bivalenzpunkt.

    Ermittlung des Bivalenzpunkts

    Um den Bivalenzpunkt zu bestimmen, werden die Heizlastkurve des Gebäudes und die Leistungskurve der Wärmepumpe in einem Diagramm übereinandergelegt. Der Schnittpunkt beider Kurven markiert den Bivalenzpunkt. An diesem Punkt entspricht die Heizleistung der Wärmepumpe exakt der Heizlast des Gebäudes.

    Die vereinfachte Formel zur Berechnung des Bivalenzpunkts lautet:

    Bivalenzpunkt = Außentemperatur, bei der Heizleistung der Wärmepumpe = Heizlast des Gebäudes

    Rechenbeispiel: Bivalenzpunkt berechnen

    Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die Ermittlung:

    • Gebäude: Einfamilienhaus, modernisiert, Heizlast 12 kW bei Normaußentemperatur -14 °C
    • Wärmepumpe: Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 12 kW Nennleistung bei A2/W35 (2 °C Außentemperatur, 35 °C Vorlauf)
    • Leistungskurve: Bei -7 °C liefert die Wärmepumpe noch ca. 9 kW, bei -14 °C nur noch ca. 6 kW

    Die Heizlast steigt linear mit sinkender Außentemperatur: Bei 0 °C benötigt das Gebäude ca. 7 kW, bei -7 °C etwa 9 kW, bei -14 °C die vollen 12 kW. Der Schnittpunkt von Heizlast- und Leistungskurve liegt in diesem Beispiel bei etwa -7 °C – das ist der Bivalenzpunkt. Unterhalb von -7 °C muss die Zusatzheizung die Differenz zwischen Heizlast und Wärmepumpenleistung ausgleichen. Bei der Normaußentemperatur von -14 °C wären das 12 kW - 6 kW = 6 kW Zusatzheizleistung.

    Wirtschaftlichen Bivalenzpunkt berechnen (für Hybridheizungen)

    Bei Hybridheizungen mit Gas- oder Ölkessel lässt sich zusätzlich ein wirtschaftlicher Bivalenzpunkt ermitteln. Dafür wird berechnet, ab welcher Außentemperatur der Betrieb der Wärmepumpe teurer wird als der des Kessels:

    1. Strom-Äquivalent berechnen: Brennstoffpreis (ct/kWh) ÷ Kesselwirkungsgrad = Strom-Äquivalent
    2. Grenz-COP ermitteln: Strompreis (ct/kWh) ÷ Strom-Äquivalent = minimaler COP, ab dem die Wärmepumpe günstiger arbeitet
    3. Temperatur ablesen: Im Datenblatt der Wärmepumpe die Außentemperatur finden, bei der der COP dem Grenz-COP entspricht

    Beispiel: Bei einem Gaspreis von 12 ct/kWh und einem Kesselwirkungsgrad von 90 % ergibt sich ein Strom-Äquivalent von 13,3 ct/kWh. Bei einem Strompreis von 30 ct/kWh liegt der Grenz-COP bei 2,25. Die Wärmepumpe arbeitet also wirtschaftlicher als der Gaskessel, solange ihr COP über 2,25 liegt – bei den meisten modernen Luft-Wasser-Wärmepumpen ist das bis etwa -5 °C bis -8 °C der Fall.

    In der Praxis erfolgt die präzise Berechnung durch Fachleute mittels spezieller Software, die alle relevanten Parameter berücksichtigt. Unser Energieeffizienz-Experte führt mit Ihnen ein kostenloses Videogespräch und hilft Ihnen, die beste Lösung für Ihre Wärmepumpe zu finden. Auf dieser Grundlage können wir den optimalen Bivalenzpunkt für Ihre spezifische Immobilie exakt bestimmen und für eine wirtschaftliche Dimensionierung Ihrer Wärmepumpe sorgen.

    Wärmepumpe im Garten vor einem Haus

    Betriebsweisen einer Wärmepumpe

    Je nach Auslegung und Bivalenzpunkt unterscheidet man drei grundlegende Betriebsweisen für Wärmepumpen. Im monovalenten Betrieb deckt die Wärmepumpe den gesamten Wärmebedarf des Gebäudes ohne Unterstützung durch ein zusätzliches Heizsystem. Der Bivalenzpunkt liegt typischerweise bei sehr niedrigen Außentemperaturen unter -10 °C.

    Bei der monoenergetischen Betriebsweise arbeitet die Wärmepumpe mit einem zusätzlichen elektrischen Wärmeerzeuger, typischerweise einem Heizstab. Dieser springt ein, wenn die Außentemperatur unter den Bivalenzpunkt fällt, der in diesem Fall meist zwischen -5 °C und -8 °C liegt. Der Anteil der Zusatzheizung an der Jahresheizarbeit beträgt dabei nur etwa 2–5 %.

    Im bivalenten Betrieb wird die Wärmepumpe durch einen zweiten Wärmeerzeuger ergänzt, der mit einem anderen Energieträger (vorwiegend Gas, Öl oder Holz) betrieben wird. Der Bivalenzpunkt liegt hier typischerweise bei höheren Temperaturen zwischen -2 °C und -4 °C. Man unterscheidet drei Varianten:

    • Alternativ-bivalenter Betrieb: Die Wärmepumpe schaltet bei Unterschreiten des Bivalenzpunkts komplett ab, der zweite Wärmeerzeuger übernimmt vollständig.
    • Parallel-bivalenter Betrieb: Beide Wärmeerzeuger arbeiten unter dem Bivalenzpunkt gleichzeitig.
    • Teilparallel-bivalenter Betrieb: Die Wärmepumpe arbeitet bis zu einer bestimmten Außentemperatur parallel mit dem zweiten Wärmeerzeuger und schaltet bei noch tieferen Temperaturen ab.

    Vergleich der Betriebsweisen

    Betriebsweise

    Typischer Bivalenzpunkt

    Vorteile

    Nachteile

    Idealer Einsatzbereich

    Monovalent

    unter -10 °C

    • Einfaches System ohne Zusatzkomponenten
    • Keine Brennstofflagerung nötig
    • Maximale CO₂-Einsparung
    • Höhere Anschaffungskosten
    • Größerer Platzbedarf
    • Effizienzeinbußen bei sehr tiefen Temperaturen

    Neubauten mit sehr gutem Dämmstandard und Niedertemperatur-Heizsystem

    Monoenergetisch

    -5 °C bis -8 °C

    • Kleinere, kostengünstigere Wärmepumpe
    • Hohe Versorgungssicherheit
    • Nur ein Energieträger nötig
    • Zusatzheizung nur 2–5 % der Jahresheizarbeit
    • Höhere Stromkosten bei Heizstabbetrieb
    • Benötigt ausreichenden Stromanschluss

    Modernisierte Bestandsgebäude mit gutem Dämmstandard

    Bivalent

    -2 °C bis -4 °C

    • Kleinste Wärmepumpe möglich
    • Nutzung vorhandener Heizsysteme
    • Hohe Versorgungssicherheit
    • Flexibilität bei Energieträgerwahl
    • Komplexere Regelung
    • Höhere Investition für zwei Heizsysteme
    • Platz für zwei Systeme nötig
    • Geringere CO₂-Einsparung

    Unsanierte Altbauten, Gebäude mit vorhandenem Heizkessel, Hochtemperatur-Heizsysteme

    Deckungsanteil nach Bivalenzpunkt

    Der Deckungsanteil gibt an, wie viel Prozent des Jahreswärmebedarfs die Wärmepumpe allein abdeckt. Je niedriger der Bivalenzpunkt, desto höher der Deckungsanteil. Die folgende Tabelle zeigt typische Werte für Luft-Wasser-Wärmepumpen in einem Klima mit Normaußentemperatur von -14 °C:

    Bivalenzpunkt

    Deckungsanteil WP (ca.)

    Anteil Zusatzheizung (ca.)

    +5 °C

    50–60 %

    40–50 %

    0 °C

    80–85 %

    15–20 %

    -3 °C

    90–93 %

    7–10 %

    -5 °C

    95–97 %

    3–5 %

    -8 °C

    98–99 %

    1–2 %

    Die Tabelle zeigt deutlich: Bereits bei einem Bivalenzpunkt von -5 °C deckt die Wärmepumpe 95–97 % des Jahreswärmebedarfs. Die Zusatzheizung springt nur an den wenigen sehr kalten Tagen des Jahres ein. Deshalb ist die monoenergetische Betriebsweise für die meisten Gebäude in Deutschland der wirtschaftlich sinnvollste Kompromiss.

    Die Wahl der optimalen Betriebsweise hängt von Ihren individuellen Gegebenheiten ab. Mit einer kostenlosen digitalen Beratung von Enter können wir die für Ihre Immobilie wirtschaftlichste Lösung ermitteln und dabei sowohl Investitions- als auch Betriebskosten optimal gestalten.

    Bivalenzpunkt Wärmepumpe richtig einstellen: So geht's

    Neben der richtigen Dimensionierung bei der Planung ist das korrekte Einstellen des Bivalenzpunkts in der Wärmepumpenregelung entscheidend für einen effizienten Betrieb. Viele Anlagen werden mit einem Werkseinstellung ausgeliefert, die nicht optimal zu Ihrem Gebäude passt – das führt zu unnötig hohen Stromkosten.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Aktuelle Einstellung prüfen: Suchen Sie in der Steuerung Ihrer Wärmepumpe nach Begriffen wie „Bivalenztemperatur", „Bivalenzpunkt", „Zuschaltpunkt Heizstab", „Grenztemperatur Zusatzheizung" oder „Alternativpunkt" (je nach Hersteller).
    2. Ausgangswert festlegen: Beginnen Sie mit einem Bivalenzpunkt von -5 °C bei monoenergetischem Betrieb. Bei bivalentem Betrieb mit Gaskessel starten Sie bei -3 °C.
    3. Schrittweise anpassen: Senken Sie den Bivalenzpunkt in Schritten von 2 °C und beobachten Sie nach jeder Änderung mindestens 2–3 Tage lang den Stromverbrauch und die Raumtemperatur.
    4. Heizstab-Starts überwachen: Prüfen Sie im Menü Ihrer Wärmepumpe, wie oft und wie lange der Heizstab einspringt. Bei monoenergetischem Betrieb sollte der Heizstab nur an sehr kalten Tagen (unter -5 °C bis -8 °C) aktiv sein.
    5. Optimum finden: Der ideale Bivalenzpunkt ist erreicht, wenn die Wärmepumpe den Wärmebedarf an den meisten Tagen allein deckt und der Heizstab nur an wenigen Extremtagen zugeschaltet wird.

    Anzeichen für einen falsch eingestellten Bivalenzpunkt

    Folgende Symptome deuten darauf hin, dass der Bivalenzpunkt Ihrer Wärmepumpe nicht optimal eingestellt ist:

    • Heizstab springt bei milden Temperaturen an: Wenn die Zusatzheizung bereits bei Temperaturen über 0 °C aktiv wird, ist der Bivalenzpunkt zu hoch eingestellt.
    • Unerwartet hoher Stromverbrauch: Ein Heizstab verbraucht deutlich mehr Strom als die Wärmepumpe – häufiger Heizstabbetrieb treibt die Kosten in die Höhe.
    • Häufiges Takten der Wärmepumpe: Schaltet die Wärmepumpe mehrfach pro Stunde ein und aus, kann sie überdimensioniert sein – der Bivalenzpunkt liegt dann zu niedrig.
    • Ungleichmäßige Raumtemperaturen: Wenn einzelne Räume nicht warm werden oder die Temperatur stark schwankt, stimmt die Balance zwischen Wärmepumpe und Zusatzheizung nicht.

    Bivalenzpunkt bei Vaillant, Viessmann, Bosch & Co. einstellen

    Jeder Hersteller verwendet eigene Bezeichnungen und Menüstrukturen für die Bivalenzpunkt-Einstellung. Hier finden Sie die wichtigsten Hinweise für gängige Modelle:

    • Vaillant (Arotherm Plus): Vaillant verwendet den Begriff „Alternativpunkt" statt Bivalenzpunkt. Die Einstellung finden Sie im Regler (z. B. sensoCOMFORT) unter Heizung → Zusatzheizer → Bivalenztemperatur HZG. Der Alternativpunkt definiert, ab welcher Außentemperatur der Zuheizer die Wärmepumpe unterstützt oder ablöst.
    • Viessmann (Vitocal 250-A): Die Bivalenztemperatur wird in der Vitotronic-Regelung unter Heizkreis → Zusatzheizung → Bivalenztemperatur eingestellt. Viessmann bietet zusätzlich die Möglichkeit, separate Bivalenzpunkte für Heizung und Warmwasserbereitung zu definieren.
    • Bosch (Compress 5800i AW): In der Bosch-Steuerung finden Sie die Einstellung unter Heizung → Zuheizer → Bivalenzpunkt. Bosch verwendet die Standardbezeichnung „Bivalenzpunkt" und erlaubt eine stufenlose Einstellung.
    • Buderus (Logatherm WLW186i): Die Einstellung erfolgt über den Regler Logamatic unter Heizung → Zusatzheizer → Bivalenztemperatur. Die Menüstruktur ist der von Bosch ähnlich, da beide zum gleichen Konzern gehören.
    • Stiebel Eltron (WPL-A): Stiebel Eltron verwendet den Begriff „Bivalenztemperatur". Die Einstellung finden Sie im WPM-Regler unter Heizung → Zusatzheizung → Bivalenztemperatur.

    Prüfen Sie nach jeder Änderung in den kommenden Tagen, ob die Wärmepumpe und der Heizstab wie erwartet arbeiten. Im Zweifel sollte ein Fachbetrieb die Einstellung vornehmen.

    Dynamischer Bivalenzpunkt bei modernen Anlagen

    Moderne Wärmepumpen und insbesondere Hybridsysteme verfügen zunehmend über eine dynamische Bivalenzpunkt-Steuerung. Dabei passt die Regelung den Umschaltpunkt automatisch an – basierend auf dem aktuellen COP, den Energiepreisen (z. B. bei variablen Stromtarifen) und der tatsächlichen Heizlast. Bei diesen Systemen ist ein fest eingestellter Bivalenzpunkt weniger kritisch, da die Steuerung selbstständig die wirtschaftlichste Betriebsweise wählt. Bei älteren oder einfacheren Anlagen mit statischem Bivalenzpunkt sollten Sie den Wert hingegen regelmäßig überprüfen – insbesondere nach einer Dämmungsmaßnahme oder einem Fenstertausch, da sich die Heizlast dadurch verändert.

    Der optimale Bivalenzpunkt für Ihr Gebäude

    Der optimale Bivalenzpunkt ist keine feste Größe, sondern variiert je nach Gebäudetyp, Standort und gewählter Betriebsweise. Eine durchdachte Auslegung des Bivalenzpunkts ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit Ihrer Wärmepumpenanlage und kann erhebliche Auswirkungen auf die Betriebs- und Investitionskosten haben.

    Einflussfaktoren auf den optimalen Bivalenzpunkt

    Mehrere Faktoren beeinflussen, welcher Bivalenzpunkt für Ihre spezifische Situation optimal ist:

    • Klimazone und Standort: In Regionen mit milden Wintern (z. B. Rheinland, Normaußentemperatur -10 °C) kann ein höherer Bivalenzpunkt wirtschaftlich sein als in Gebieten mit häufigen strengen Frösten (z. B. Alpenvorland, -16 °C).
    • Gebäudestandard: Gut gedämmte Neubauten benötigen bei niedrigen Außenlufttemperaturen weniger zusätzliche Heizleistung als Altbauten.
    • Heizsystem: Die Vorlauftemperatur Ihres Heizsystems beeinflusst die Effizienz der Wärmepumpe – Fußbodenheizungen mit niedrigen Vorlauftemperaturen ermöglichen oft niedrigere Bivalenzpunkte.
    • Energiepreise: Das Verhältnis von Strom- zu alternativen Energiepreisen (Gas, Öl) kann die wirtschaftliche Auslegung beeinflussen – insbesondere bei Hybridheizungen.
    • Verfügbare Wärmepumpenmodelle: Die technischen Spezifikationen der am Markt verfügbaren Wärmepumpen begrenzen die Auswahlmöglichkeiten.

    Richtwerte für verschiedene Gebäudetypen

    Als grobe Orientierung können folgende Richtwerte für den Bivalenzpunkt dienen:

    • Gut gedämmte Neubauten mit Fußbodenheizung: -7 °C bis -10 °C (oft monovalenter Betrieb ohne Zusatzheizung möglich)
    • Modernisierte Bestandsgebäude mit Niedertemperaturheizkörpern: -5 °C bis -7 °C (monoenergetischer Betrieb mit Heizstab)
    • Unsanierte Altbauten oder Gebäude mit Hochtemperaturheizkörpern: -2 °C bis -4 °C (bivalenter Betrieb mit zusätzlichem Wärmeerzeuger)

    Bei der Normauslegungstemperatur, die je nach Region in Deutschland zwischen -10 °C und -16 °C liegt, werden typischerweise diese Bivalenzpunkte für Luft-Wasser-Wärmepumpen empfohlen:

    • Bei Normauslegungstemperatur von -16 °C: Bivalenzpunkt bei -4 °C bis -8 °C
    • Bei Normauslegungstemperatur von -12 °C: Bivalenzpunkt bei -3 °C bis -6 °C
    • Bei Normauslegungstemperatur von -10 °C: Bivalenzpunkt bei -2 °C bis -5 °C
    Wärmepumpe vor einem Haus

    Die Folgen einer falschen Dimensionierung

    Ein zu hoch angesetzter Bivalenzpunkt führt dazu, dass die Zusatzheizung häufig einspringen muss, was die Betriebskosten erhöht. Eine zu klein dimensionierte Wärmepumpe kann zudem bei hohem Wärmebedarf überlastet werden und ihre Lebensdauer verkürzen.

    Ein zu niedrig angesetzter Bivalenzpunkt bedeutet hingegen, dass die Wärmepumpe überdimensioniert ist. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich möglicherweise nicht, da die volle Leistung nur an wenigen Tagen im Jahr benötigt wird. Zudem kann häufiges Takten bei überdimensionierten Anlagen zu erhöhtem Verschleiß führen.

    Bivalenzpunkt Warmwasser: Heizung und Warmwasser getrennt betrachten

    Viele Wärmepumpen ermöglichen es, den Bivalenzpunkt für die Heizung und die Warmwasserbereitung separat einzustellen. Das ist sinnvoll, weil die Warmwasserbereitung höhere Vorlauftemperaturen erfordert (typisch 50–55 °C) und die Wärmepumpe dabei einen niedrigeren COP hat. In der Praxis wird der Bivalenzpunkt für Warmwasser oft höher angesetzt als für die Heizung – bei einigen Herstellern (z. B. Vaillant, Viessmann) finden Sie dafür eine separate Einstellung in der Regelung.

    Auswirkungen des Bivalenzpunkts auf die Wirtschaftlichkeit Ihrer Wärmepumpe

    Die Wahl des richtigen Bivalenzpunkts hat direkte und langfristige finanzielle Auswirkungen auf Ihren Heizungsbetrieb. Eine durchdachte Planung kann erhebliche Einsparungen sowohl bei der Investition als auch bei den laufenden Betriebskosten ermöglichen.

    Investitionskosten vs. Betriebskosten

    Bei der Festlegung des Bivalenzpunkts geht es immer um einen Ausgleich zwischen Investitions- und Betriebskosten:

    • Niedriger Bivalenzpunkt (große Wärmepumpe): Höhere Anschaffungskosten, aber geringere Betriebskosten durch selteneren Einsatz der Zusatzheizung.
    • Hoher Bivalenzpunkt (kleine Wärmepumpe): Niedrigere Anschaffungskosten, aber höhere Betriebskosten durch häufigeren Einsatz der Zusatzheizung.

    Die Entscheidung sollte unter Berücksichtigung der lokalen Klimabedingungen und der prognostizierten Nutzungsdauer getroffen werden. In Regionen mit regelmäßigen Kälteperioden kann eine größere Wärmepumpe wirtschaftlicher sein, während in milderen Klimazonen eine kleinere Wärmepumpe mit höherem Bivalenzpunkt die kosteneffizientere Lösung darstellt.

    Bivalenzpunkte bei Hybridheizungen: Kosten- vs. CO₂-Optimum

    Bei Hybridheizungen (Wärmepumpe + Gas- oder Ölkessel) gibt es nicht nur einen, sondern zwei relevante Bivalenzpunkte:

    • Wirtschaftlicher Bivalenzpunkt (Kostenoptimum): Die Außentemperatur, ab der der Betrieb des Kessels günstiger ist als der der Wärmepumpe. Dieser hängt vom aktuellen Strom-/Gaspreisverhältnis und dem COP der Wärmepumpe ab.
    • Ökologischer Bivalenzpunkt (CO₂-Optimum): Die Außentemperatur, ab der der Kessel weniger CO₂ verursacht als die Wärmepumpe mit ihrem aktuellen Strommix. Durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien im Strommix liegt dieser Punkt oft niedriger als der wirtschaftliche Bivalenzpunkt.

    Für die meisten Hausbesitzer ist der wirtschaftliche Bivalenzpunkt entscheidend. Wer jedoch den CO₂-Ausstoß minimieren möchte, sollte den ökologischen Bivalenzpunkt berücksichtigen – oder auf einen monoenergetischen Betrieb mit Ökostrom setzen.

    Wärmepumpe mit optimalem Bivalenzpunkt steht im Vorgarten

    Fördermöglichkeiten optimal nutzen

    Ein wesentlicher Wirtschaftlichkeitsfaktor sind die verfügbaren staatlichen Förderungen für Wärmepumpen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Wärmepumpen mit dem KfW Zuschuss 458 (Heizungsförderung für private Eigentümer) mit bis zu 70 %:

    • 30 % Grundförderung für alle förderfähigen Heizungen
    • 20 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung (20 % bei Antragstellung bis 31.12.2028, danach schrittweise Absenkung um 3 Prozentpunkte alle zwei Jahre)
    • 30 % Einkommensbonus für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 40.000 €
    • 5 % Effizienzbonus für Wärmepumpen, die als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser nutzen oder ein natürliches Kältemittel (z. B. Propan R290) einsetzen

    Wichtig für Luft-Wasser-Wärmepumpen: Seit Anfang 2026 müssen Außengeräte von Luft-Wasser-Wärmepumpen mindestens 10 dB leiser sein als die EU-Ökodesign-Grenzwerte, um förderfähig zu sein (zuvor waren 5 dB ausreichend). Prüfen Sie die Förderfähigkeit Ihres gewünschten Modells im BAFA-Wärmeerzeuger-Portal.

    Als neutrale Plattform vergleichen wir für Sie die besten Angebote für Ihre Wärmepumpe und sichern Ihnen durchschnittlich 5.800 € Ersparnis sowie die maximale Fördersumme. So können Sie bei einer förderfähigen Investitionssumme von bis zu 30.000 € pro Wohneinheit einen Zuschuss von bis zu 21.000 € erhalten – ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit Ihres Projekts.

    Hinweis zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG): Die Bundesregierung hat Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vorgestellt, das das bisherige GEG („Heizungsgesetz“) ablösen soll. Die 65-%-Erneuerbare-Energien-Pflicht für neue Heizungen soll entfallen. Die Wärmepumpen-Förderung über KfW 458 bleibt vorerst bestehen und soll mindestens bis 2029 fortgeführt werden.

    Wärmepumpe zwischen Pflanzen im Garten

    Fazit: Mit Enter zum idealen Bivalenzpunkt für Ihre Wärmepumpe

    Der Bivalenzpunkt ist ein entscheidender Faktor für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit Ihrer Wärmepumpenanlage. Ein optimal festgelegter und korrekt eingestellter Bivalenzpunkt sorgt für niedrige Betriebskosten, eine lange Lebensdauer der Anlage und maximale Energieeffizienz. Die richtige Wahl hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab – von der Bausubstanz Ihrer Immobilie über das Heizsystem bis hin zu den lokalen Klimabedingungen und der Normaußentemperatur an Ihrem Standort.

    Eine professionelle Planung ist daher unerlässlich. Enter hilft Ihnen, die Wärmepumpe mit durchschnittlich 5.800 € Ersparnis zu erhalten, ohne Umwege über teure Beratungen. Unser Energieeffizienz-Experte führt kostenlos ein Videogespräch und hilft Ihnen, die beste Lösung für Ihre Wärmepumpe zu finden. Wir ermitteln präzise den wirtschaftlich optimalen Bivalenzpunkt für Ihre Wärmepumpe und berücksichtigen dabei alle relevanten Faktoren.

    Über den technisch optimalen Betrieb hinaus unterstützen wir Sie bei der Beantragung aller verfügbaren Fördermittel. Als neutrale Plattform vergleichen wir für Sie die besten Angebote für Ihre Wärmepumpe und sichern Ihnen durchschnittlich 5.800 € Ersparnis sowie bis zu 70 % der Investitionskosten durch optimale Förderung. Nach der Planung vermitteln wir Ihnen zudem qualifizierte Handwerker aus Ihrer Region, die Ihre Wärmepumpe fachgerecht installieren.

    Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Heizkosten zu senken, den Wert Ihrer Immobilie zu steigern und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Kostenlose digitale Beratung für Ihre Wärmepumpe anfragen und profitieren Sie von unserer Expertise rund um das Thema energetische Sanierung.

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    FAQ: Häufige Fragen zum Bivalenzpunkt einer Wärmepumpe

    Was ist der Bivalenzpunkt einer Wärmepumpe?

    Der Bivalenzpunkt (auch Bivalenztemperatur) ist die Außentemperatur, bei der die Heizleistung der Wärmepumpe genau dem Wärmebedarf des Gebäudes entspricht. Unterhalb dieser Temperatur muss ein zusätzlicher Wärmeerzeuger – z. B. ein elektrischer Heizstab oder ein konventioneller Heizkessel – einspringen, um den Wärmebedarf vollständig zu decken. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen liegt der Bivalenzpunkt je nach Betriebsweise und Gebäudetyp typischerweise zwischen -2 °C und -8 °C.

    Wo sollte der optimale Bivalenzpunkt einer Wärmepumpe liegen?

    Der optimale Bivalenzpunkt sollte so gewählt werden, dass die Gesamtkosten (Investition plus Betrieb) über die Nutzungsdauer minimiert werden. Für die meisten Gebäude in Deutschland liegt er bei monoenergetischem Betrieb zwischen -5 °C und -8 °C, wobei der Anteil der Zusatzheizung an der Jahresheizarbeit dann nur etwa 2 bis 5 % beträgt. Bei bivalentem Betrieb mit einem zweiten Wärmeerzeuger (z. B. Gaskessel) liegt er typischerweise höher, zwischen -2 °C und -4 °C.

    Welche Bivalenztemperatur ist ideal für meinen Gebäudetyp?

    Die ideale Bivalenztemperatur hängt vom Gebäudetyp, Dämmstandard und der gewählten Betriebsweise ab:

    • Gut gedämmte Neubauten mit Fußbodenheizung: -7 °C bis -10 °C (oft monovalenter Betrieb ohne Zusatzheizung möglich)
    • Modernisierte Bestandsgebäude: -5 °C bis -7 °C (monoenergetischer Betrieb mit Heizstab)
    • Unsanierte Altbauten: -2 °C bis -4 °C (bivalenter Betrieb mit zusätzlichem Wärmeerzeuger empfohlen)

    Ist ein niedriger oder hoher Bivalenzpunkt besser?

    Weder ein zu niedriger noch ein zu hoher Bivalenzpunkt ist optimal:

    • Zu niedriger Bivalenzpunkt (zu große Wärmepumpe): Führt zu hohen Investitionskosten und möglicherweise ineffizientem Teillastbetrieb mit häufigem Takten, was den Verschleiß erhöht.
    • Zu hoher Bivalenzpunkt (zu kleine Wärmepumpe): Führt zu häufigem Einsatz der weniger effizienten Zusatzheizung (Heizstab) und damit zu deutlich höheren Stromkosten.

    Der wirtschaftliche Optimalpunkt liegt meist dazwischen und muss individuell anhand der Heizlast, der Leistungskurve der Wärmepumpe und der lokalen Normaußentemperatur ermittelt werden. Eine korrekte Wärmepumpe richtig dimensionieren ist dabei entscheidend.

    Wann springt der Heizstab bei einer Wärmepumpe an?

    Der Heizstab springt an, sobald die Außentemperatur unter den eingestellten Bivalenzpunkt fällt und die Wärmepumpe allein den Wärmebedarf nicht mehr decken kann. Bei einem korrekt eingestellten monoenergetischen System (Bivalenzpunkt zwischen -5 °C und -8 °C) ist das nur an den wenigen sehr kalten Tagen des Jahres der Fall – der Heizstab übernimmt dann lediglich 2–5 % der Jahresheizarbeit. Springt der Heizstab bereits bei milden Temperaturen über 0 °C an, ist der Bivalenzpunkt zu hoch eingestellt und sollte korrigiert werden.

    Wie stelle ich den Bivalenzpunkt bei Vaillant ein?

    Bei Vaillant-Wärmepumpen (z. B. Arotherm Plus) heißt die Einstellung „Alternativpunkt" oder „Bivalenztemperatur HZG". Sie finden sie im sensoCOMFORT-Regler unter Heizung → Zusatzheizer → Bivalenztemperatur HZG. Der Alternativpunkt definiert, ab welcher Außentemperatur der Zuheizer die Wärmepumpe unterstützt oder ablöst. Starten Sie mit einem Wert von -5 °C und passen Sie schrittweise an.

    Wie stelle ich den Bivalenzpunkt bei Viessmann ein?

    Bei Viessmann-Wärmepumpen (z. B. Vitocal 250-A) finden Sie die Bivalenztemperatur in der Vitotronic-Regelung unter Heizkreis → Zusatzheizung → Bivalenztemperatur. Viessmann bietet zusätzlich die Möglichkeit, separate Bivalenzpunkte für Heizung und Warmwasserbereitung einzustellen – nutzen Sie diese Option, da die Warmwasserbereitung höhere Vorlauftemperaturen erfordert.

    Was ist der Unterschied zwischen Bivalenzpunkt und Alternativpunkt?

    Inhaltlich bezeichnen beide Begriffe dasselbe: die Außentemperatur, ab der ein zweiter Wärmeerzeuger zugeschaltet wird. „Alternativpunkt" ist die Bezeichnung, die vor allem Vaillant in seinen Reglern verwendet. Andere Hersteller wie Viessmann, Bosch und Buderus nutzen die Standardbezeichnung „Bivalenzpunkt" oder „Bivalenztemperatur". Stiebel Eltron spricht ebenfalls von „Bivalenztemperatur".

    Beeinflusst der Bivalenzpunkt die Warmwasserbereitung?

    Ja. Viele Wärmepumpen ermöglichen es, den Bivalenzpunkt für Heizung und Warmwasser getrennt einzustellen. Das ist sinnvoll, weil die Warmwasserbereitung höhere Vorlauftemperaturen erfordert (typisch 50–55 °C) und die Wärmepumpe dabei einen niedrigeren COP hat. In der Praxis wird der Bivalenzpunkt für Warmwasser daher oft etwas höher angesetzt als für die Raumheizung.

    Kann man den Bivalenzpunkt nachträglich ändern?

    Die Regelungsstrategie – also den Temperaturwert, ab dem die Zusatzheizung einspringt – können Sie in der Steuerung Ihrer Wärmepumpe jederzeit anpassen. Die physische Heizleistung der Wärmepumpe selbst lässt sich jedoch nicht verändern. Durch Verbesserung der Gebäudedämmung, einen Fenstertausch oder ein Upgrade des Heizsystems (z. B. Umstieg auf Niedertemperaturheizkörper) sinkt die Heizlast, wodurch sich der effektive Bivalenzpunkt ebenfalls nach unten verschiebt. Nach jeder solchen Maßnahme sollten Sie den eingestellten Bivalenzpunkt überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

    Bis zu welcher Außentemperatur funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

    Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen können technisch bis -20 °C oder sogar -25 °C arbeiten. Allerdings sinkt die Effizienz (COP) mit fallender Außentemperatur erheblich. Bei -15 °C liegt der COP vieler Geräte nur noch bei 2,0 bis 2,5 – der Betrieb wird also zunehmend unwirtschaftlich. Genau deshalb ist der Bivalenzpunkt so wichtig: Er markiert die Grenze, ab der ein effizienterer Zusatzheizer die Wärmepumpe im Winter unterstützen sollte.

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